Nach einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, können 64% der Verbraucher im Supermarkt nicht erkennen, ob die Nahrungsmittel unter ökologischen Standards produziert wurden. Geht es um die Umweltfreundlichkeit der Verpackungen, trauen sich nur 57% ein klares Urteil zu.

Die zahlreichen Öko-Siegel, die den Verbrauchern eigentlich Orientierung geben sollen, verfehlen in der Praxis häufig ihr Ziel. Es gibt einfach zu viele davon, die wenigsten kennen sich mit den unterschiedlichen Standards aus. NABU Chef Olaf Tschimpke kennt das Problem, nach seiner Einschätzung gibt es nur wenige aussagekräftige und empfehlenswerte Bio-Siegel. An die Händler richtete er den Wunsch, dass sie umweltfreundliche Produkte an prominenter Stelle platzieren und eindeutig ausweisen. Das könne den Verbrauchern den bewussten Einkauf umweltfreundlicher Lebensmittel deutlich erleichtern. Letztlich hätte es die Händler selbst in der Hand, durch ein reichhaltiges Angebot an biologisch und regional erzeugten Produkten mit umweltfreundlicher Verpackung, den Wunsch der Kunden nach nachhaltigem Konsum zu fördern.

BiogemüseEinige Supermärkte und Discounter haben bereits „Bio-Regale“ eingerichtet, in den ausschließlich Bioprodukte angeboten werden. Der Nabu möchte diese Entwicklung fördern und hat zu diesem Zweck im Jahre 2010 den Positivpreis ins Leben gerufen. Den sogenannten „Grünen Einkaufskorb“ erhielt die Bio-Supermarktkette Tegut. Als Sieger wurde eine Tegut-Filiale in Göttingen ausgezeichnet, die mit einem Bio-Anteil von 40% am Gesamtsortiment glänzte. Die Jury-Kommission bezeichnet die Tegutfiliale aufgrund ihrer ökologischen Mindestanforderungen und Richtlinien als richtungsweisend. Weitere Preise wurden in den Kategorien „Selbständige“ und „Biolebensmittelmärkte“ vergeben. „Der grüne Einkaufskorb“ genießt eine Ausnahmestellung unter den Umweltpreisen des Handels. Er wird als einziger von einem anerkannten Umweltverband wie dem NABU vergeben.

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