Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, lehnen 83 der Deutschen genmanipulierte Lebensmittel an. Die Agrarindustrie setzt aber schon lange auf Gentechnik, um günstiger und mehr produzieren zu können. Häufig gelangt die Genmanipulation über Tierfuttermittel, beispielsweise gentechnisch verändertes Soja in die Nahrungskette.

Essen ohne Gentecknik

Genmanipulierte Lebensmittel treffen auf wenig Gegenliebe beim deutschen VerbraucherEine Kennzeichnungspflicht gibt es nicht, der Verbraucher kann nicht nachvollziehen, wo Gentechnik drin steckt und wo nicht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich dem Problem angenommen und in etlichen deutsche Supermärkten gezielt nach genmanipulierten Lebensmitteln gefahndet. Die Ergebnisse wurden im Ratgeber „Essen ohne Gentechnik“ zusammengefasst. Demnach setzen immer mehr etablierte Marken auf gentechnikfreie Molkereiprodukte, bei den günstigen Eigenmarken der Supermärkte sieht das weniger erfreulich aus. Bei ihnen wollten viele Hersteller und Händler nicht für die gentechnikfreie Produktion garantieren. Das ist umso ärgerlicher, da die Supermärkte gerade bei den Eigenmarken über die Zutaten entscheiden können.

Bio-Supermärkte verzichten auf genmanipulierte Lebensmittel

Die rühmliche Ausnahme bildeten einmal mehr die Bio-Supermärkte, sie verzichteten grundsätzlich auf gentechnisch veränderte Nahrungsmittel und kommen damit den Bedürfnissen der Verbraucher entgegen. Dementsprechend schnitt auch eine Bio-Supermarktkette (Alnatura) in der Untersuchung am besten ab. Den unrühmlichen letzten Platz im Ranking belegte „Real“. Als Konsequenz aus dem Test, forderte Greenpeace eine Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Nahrungsmittel. Bislang müssen tierische Produkte, die unter dem Einsatz gentechnisch veränderte Futtermittel hergestellt wurde, nicht als „Gen-Food“ gekennzeichnet werden. Grundsätzlich spricht sich Greenpeace für einen völligen Verzicht auf Gentechnik in der Lebensmittelindustrie aus. Entsprechend manipulierte Pflanze gefährden nach Ansicht der Umweltschützer die biologische Vielfalt und belasten in besonderem Maß die Umwelt, da sie in der Regel den verstärkten Einsatz von Pestiziden erforderlich machen. Im Gegensatz zu Netto, Kaiser`s, Tengelmann und Coop, die zu den Schlusslichtern im Greenpeace-Rankig zählen, gibt es bei Edeka zumindest schon den Plan langfristig ganz auf den gentechnikfreie Futtermittel umzustellen. Rewe hat als Ziel ausgegeben bis zum Jahr 2015 alle Eier,- Milch- und Geflügelprodukte durch den Einsatz heimischer, nicht genmanipulierter Futtermittel herzustellen. Die Bio-Kette Tegut hat dieses Ziel bereits jetzt umgesetzt, ihre Molkereiprodukte tragen schon ein Siegel: „Ohne Gentechik“.

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