Die Wirtschaft der aufstrebenden Supermacht China hat seit Jahren enorme Wachstumsraten zu verzeichnen. Der wirtschaftliche Aufstieg ging zum Teil zu Lasten der Millionen Wanderarbeiter und der bis dato intakten Umwelt. Umweltschutz war im Reich der Mitte lange Zeit kein Thema, Abwässer und Abgase wurden ungeklärt und ungefiltert in die Umwelt gegeben. Die immense Umweltverschmutzung gefährdet gerade in ländlichen Regionen die wirtschaftliche Existenz der Bevölkerung. Verseuchte Flüsse und

Klimawandel - Umweltschutz in China

Klimawandel – Umweltschutz in China

Felder können nicht mehr als Nahrungsquelle dienen. Lange Zeit konnte das Regime die wachsende Proteste unter den betroffenen Bürger im Keim ersticken, doch zuletzt kam es häufiger zu spontanen Demonstrationen. Die Chinesen werden zunehmend empfindlicher und mutiger, wenn es um die Zerstörung ihrer Umwelt geht. Das jüngste Beispiel lieferte eine Papierfabrik im chinesischen Quidong. Das Unternehmen leite täglich 150.000 Tonnen giftige Abwässer in den örtlichen Fischerhafen, bis ein Massenauflauf von mehr als 50.000 Menschen aufbegehrte und einer beispiellosen Aktion das Büro der Lokalregierung stürmte.

Wachsender Widerstand in der Bevölkerung gegen rücksichtslose Umweltverschmutzung

Der Angriff auf Polizisten und Parteifunktionäre blieb nicht ohne Folgen, das Regime beugte sich den Forderungen der Menge und stoppte die Einleitung der Abwässer. Das Beispiel dürfte Schule machen, da bei weitem nicht alle Bevölkerungsteile vom rasanten Wirtschaftswachstum profitieren. Letztlich wird China nicht umhin kommen, Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang zu bringen. Ein rücksichtsloser Raubbau an der Umwelt könnte den Zündfunken für die allgemein erwartete groß chinesische Revolution liefern. Das kann nicht im Interesse der Regierungspartei sein, schon aus Eigeninteresse wird sie dem Umweltschutz in Zukunft einen größeren Stellenwert einräumen.

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