Kekse stehen gerade bei Kindern ganz hoch im Kurs. Sie lieben den süßen Geschmack und das Knackgeräusch beim Reinbeißen. Man sollte meinen, dass solche Kinderprodukte besonderen Qualitätsanforderungen unterliegen, doch das ist offensichtlich nicht der Fall. Die Zeitschrift Öko-Test hat kürzlich Kekse unter die Lupe genommen und einige überraschende Entdeckungen gemacht.

Kekse im TestIn mehreren Keksprodukten bekannter Hersteller fanden sich Rückstande giftiger Pflanzenschutzmittel, krebserregendes Acrylamid und minderwertige Fettstoffe. Besonders brisant sind die teils erhöhten Acrylamid-Werte. Der Stoff ist in der Lebensmittelindustrie bestens bekannt, spätestens seit dem das Thema vor einigen Jahren durch die Medien ging ,wissen die Hersteller um dessen Gefährlichkeit und was sie dagegen tun können. Acrylamid entsteht, wenn Backwaren zu stark erhitzt werden. Eigentlich gibt es die klare Empfehlung beim Backen eine Temperatur von 170 Grad nicht zu überschreiten. Etliche Hersteller halten sich aber aus Kostengründen nicht daran, sie arbeiten lieber mit hohen Temperaturen um die Backzeit zu verkürzen. Der Griff zu Bio-Gebäck bietet leider keinen Schutz vor Acrylamid, die Tester von Öko-Test fanden auch in den Bioprodukten überhöhte Mengen der gesundheitsschädlichen Substanz.

Von sieben getesteten Kinderkeks-Produkten erhielt nur eines das Urteil „sehr gut“, bei vier reichte es nur zu einem „befriedigend“, zwei waren sogar „mangelhaft“ bzw. „ungenügend“. Einige Hersteller scheuen auch nicht davor zurück, statt hochwertiger Butter billiges Palmfett zu verwenden. Laut Öko-Test enthält dieser Butter-Ersatz aber Fettschadstoffe, welche die Nieren unnötig belasten. Vor dem Hintergrund, dass vor allem Kinder häufig Kekse konsumieren, stuften die Tester diese Tatsache als besonders bedenklich ein. Die ganze Testreihe kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Hersteller von Biokeksen noch einiges verbessern müssen, um sich das Vertrauen der Verbraucher zu verdienen. Zumindest was Kekse betrifft, ist „Bio“ nicht gleich besser. Nur zwei von zwölf Kinderkeksprodukten aus konventioneller Produktion erhielten von Öko-Test die Note „sehr gut“.

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