Offshore Windpark - Nur zäher Ausbau

Offshore Windpark – Nur zäher Ausbau

Anfang August fiel in Hamburg der Startschuss für den Bau des bisher größten Offshore-Windparks in Deutschland. Im Rahmen des Projekts „Global Tech 1“ sollen bis Ende 2013 ganze 80 Hochleistungs-Windturbinen vor der deutschen Nordessküsten installiert werden. Nach Angaben der Betreibergesellschaft kann der Windpark über 445.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgen. Global Tech 1 ist ein Projekt der Superlative, es wird ca. 1,6 Milliarden Euro kosten und gilt derzeit als größte von privaten Banken finanzierter Offshore-Windpark der Welt.

Zähes Vorankommen beim Ausbau der Offshore-Parks erwartet

Das Vorhaben ist nicht ohne Risiko, der für die Küstenregion verantwortliche Netzbetreiber Tennet wird nach eigener Einschätzung die nötigen Landanschlüsse nicht bis zur Inbetriebnahme des Windparks fertig stellen können. Als Grund für die Verzögerung nannte das Unternehmen Finanzierungsprobleme. Die Banken sind unter dem Eindruck der Finanzkrise nicht bereit ausreichend Kapital zur Verfügung zu stellen. Die fehlende Netzanbindung könnte das Projekt vor die Wand fahren, schließlich muss die Betreibergesellschaft schnellstmöglich Bio-Strom verkaufen um Gewinne zu erwirtschaften.

Zugeständnisse durch die Regierung der richtige Weg?

Bundesumweltminister Peter Altmaier möchte der Betreibergesellschaft notfalls 90% der produzierten Stromenergie vergüten, selbst wenn diese zunächst nicht ins Netz eingespeist werden könne. Unterm Strich müssten dann der Steuerzahler wieder für das Versagen der Banken gerade stehen, die ihrer ureigensten Aufgabe, der Finanzierung der Wirtschaft, nicht ausreichend nachkommen.

Am Ende zahlt wieder nur der Verbraucher drauf

Für die Energiewende müssen ohnehin vor allem die ganz normalen Bürger bluten, Während energieintensive Wirtschaftszweige günstige Ausnahmeregelungen erhalten, müssen die privaten Verbraucher in Zukunft deutlich mehr für ihre Stromversorgung bezahlen. Jede Kilowattstunde aus regenerativen Energiequellen, wird über die Öko-Umlage gefördert. Experten rechnen dadurch mit einer jährlichen Mehrbelastung von 56 Euro je Durchschnittshaushalt.

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