Jahr für Jahr landen Millionen Tannen und Fichten als Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern. Die meisten davon stammen von eigens für diesen Zweck angelegten Plantagen. Die Forstwirte stehen unter einem großen Kostendruck und müssen möglichst viele Bäume auf kleinem Raum züchten. Der Verbraucher verlangt perfekt gewachsene Weihnachtsbäume ohne braune Spitzen, „Löcher“ oder ähnliche Makel. Kerzengerade soll der Baum sein, dicht verzweigt und von sattgrüner Farbe. Diese „Perfektion“ lässt sich in der forstwirtschaftlichen Praxis nur durch den Einsatz von Insektiziden und Fungiziden erreichen. Diese schaden aber nicht nur der Umwelt, ihre giftigen Ausdünstungen können auch die menschliche Gesundheit schädigen.

Öko WeihnachtsbaumImmer mehr Verbraucher möchten sich deshalb einen „Öko-Weihnachtsbaum“ ins Wohnzimmer stellen, also eine Tanne aus nachhaltiger Forstwirtschaft, die ohne Einsatz von giftigen Spritzmitteln gezüchtet wurde. Die Produzenten haben auf die Bedürfnisse der Verbraucher reagiert und das Öko-Siegel „Fair Forest“ für den Anbau von Weihnachtsbäumen geschaffen. Die Auszeichnung bekommen nur Bäume, die unter Einhaltung bestimmter Mindeststandards produziert wurden. Die Kriterien sind zum Teil ganz leicht zu erfüllen, machen in der Praxis aber einen großen Unterschied.

Auf „Fair Forest“-Plantagen, werden beispielsweise die Randstreifen und Fahrgassen nicht mehr mit Chemikalien gespritzt um die Umweltbelastung zu senken. Ganz ohne den Einsatz von Chemie wird es auf den Monokulturen aber nicht gehen, bei Weihnachtsbäumen mit dem Fair-Forest-Siegel müssen die Produzenten lediglich auf bestimmte Spritzmittel, bspw. Tallowaminhaltige Glyphosate verzichten. Der BUND kritisierte deshalb bereits das neue Siegel, es beinhalte einfach zu geringe Qualitätsstandards und sei deshalb mehr als Marketingmaßnahme zu sehen. Die Weihnachtsbaumproduzenten weisen diesen Vorwurf zurück. Es sei schlicht nicht möglich auf alle Spritzmittel zu verzichten. Die Bäume würden sonst nicht mehr den optischen Mindestanforderungen der Verbraucher genügen und darüber hinaus viel teurer werden. Die neuen Bäume mit dem “Fair-Forest“-Siegel werden dagegen nicht mehr kosten.

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