Zum 1. Juni 2012 ist das so genannte Öko-Äquivalenzabkommen zwischen den USA und der EU in Kraft getreten. Damit erkennen beide Seiten ihre jeweiligen Biostandards als gleichwertig an. Das Abkommen stellt eine wichtige Handelserleichterung dar. Bislang mussten Bio-Produkte für den transatlantischen Handel sowohl die Standards der USA als auch der EU erfüllen. Diese Regelung erhöhte die Kosten und führte zu einem deutlichen bürokratischen Mehraufwand. Knapp 90% des weltweiten Umsatzes mit Bio-Produkten wird in der EU und den USA gemacht. Aufgrund der unterschiedlichen Biostandards gab es bislang aber nur ein geringes Handelsvolumen zwischen den beiden größten Weltmärkten. Nach Ansicht des Bundes für Ökologische Landwirtschaft (BÖLW) wird das Äquivalenzabkommen den Handel erheblich beleben.

Verwässerung strenger EU Richtlinien durch lasche US Standards

Weiterhin auf Bio-Produkte aus der Region setzen

Weiterhin auf Bio-Produkte aus der Region setzen

Kritiker befürchten jedoch Qualitätseinbußen durch das Bio-Abkommen. Die europäischen Bio-Standards sind in Teilbereichen schärfer als die entsprechenden amerikanischen Richtlinien. Die europäischen Verbraucher werden künftig US-Bioprodukte im Handel finden, die nicht unter den gewohnten Standards hergestellt wurden.

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) verwies in diesem Zusammenhang beispielsweise auf die hierzulande verbotene Supplementierung von Bio-Produkten, oder die laxeren Regeln bezüglich der Tierhaltung. In Teilbereichen seien die amerikanischen Bio-Richtlinien aber sogar strenger als die Standards in der EU. Deutliche Unterschiede gibt es beim Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Dieser ist in den USA bei der Produktion von Bio-Produkten nicht gestattet, in der EU ist er dagegen unter Auflagen erlaubt.

Wer sicher gehen will achtet weiterhin auf Bio-Produkte aus der heimischen Region

Eine grundsätzliche Aufweichung der Bio-Standards ist durch das neue Abkommen also nicht zu befürchten. Dennoch bleibt festzuhalten, dass in Zukunft auch amerikanische Bio-Lebensmittel in deutschen Supermarktregalen stehen werden, die zuvor keine Zulassung erhalten hätten. Wer Bio pur möchte, sollte besser auf Produkte aus der Region zurückgreifen. Die regionale Versorgung ist unter ökologischen Gesichtspunkten ohnehin sinnvoller als der Konsum von Importware aus Übersee.

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