Der zunehmende Flugverkehr ist Umweltschützern schon lange ein Dorn im Auge. Bei der Verbrennung von Flugbenzin wird massenhaft klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Mit einem Rückgang des Flugverkehrs ist in naher Zukunft nicht zu rechnen, die wenigsten Bürger sind bereit auf Fernreisen mit dem Flieger zu verzichten. Mal eben in den Urlaub nach Mallorca oder über das Wochenende nach London – dieser Luxus geht aber immer zu Lasten der Umwelt.

Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxid

Um den Kohlendioxidausstoß in der Luftfahrt zu reduzieren bemüht sich die kanadische Regierung in Zusammenarbeit mit heimischen Unternehmen, um die Erschließung erneuerbarer Energiequellen für den Flugverkehr. In diesem Zusammenhang hat das National Research Council, eine staatliche Forschungseinrichtung, den ersten Testflug mit Bio-Kerosin angekündigt. Ende Oktober soll ein kleiner zweistrahliger Business-Jet als Testflieger abheben. Während dem Flug wollen die Forscher die Motorleistung und Schadstoffausstoß überprüfen.

Bio-Kerosin als Ansatz zur Reduzierung von CO2

Zunehmender Flugverkehr als starker Verursacher vom CO2 AusstössenDas nötige Bio-Kerosin wurde aus dem Ölsaaten heimischer Felder gewonnen. Der Flug wird eine echte Premiere, bislang ist noch kein Flugzeug mit hundertprozentigem Bio-Kerosin geflogen. Experimente mit Biokraftstoffen im Flugverkehr gab es freilich schon häufiger. Die Lufthansa setzte im vergangenen Jahr auf einer Strecke zwischen Frankfurt und Hamburg ein Gemisch aus konventionell und biologisch erzeugten Kerosin ein. Über sechs Monate hinweg flog ein Airbus mit dem beigemischten Bio-Kerosin – ohne Probleme. Die Lufthansa zog ein positives Fazit, eine dauerhafte Nutzung von Bio-Kerosin kommt für den „Kranich“ aber nicht in Frage, der Bio-Kraftstoff ist drei- bis fünfmal so teuer wie normales Kerosin.

Widerspruch beim ökologischen Nutzen

Es bleibt abzuwarten, ob sich Kraftstoffe aus erneuerbaren Energiequellen im Flugverkehr durchsetzen können. Neben den Mehrkosten könnte auch der Nachschub zum Problem werden. Schon jetzt kommt es durch den verstärkten Einsatz von Biosprit im Straßenverkehr zu einer zunehmendem Nutzung von Agrarflächen zur Kraftstoffgewinnung. Mit Blick auf die steigenden Lebensmittelpreise in den Entwicklungsländern, könnte die Politik dieser Entwicklung schon bald einen Riegel vorschieben.

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