Eine T-Shirt für drei Euro, eine Hose für acht und ein paar Schuhe für zwölf – solche Preise findet man regelmäßig in den großen Textil-Discountern. Die Verbraucher schätzen die günstigen Preise, wer möchte nicht ein paar Euro sparen? Die extreme Schnäppchenmentalität hat aber auch eine Schattenseite. Wenn ein T-Shirt nur drei Euro kostet, dann stellt sich zwangsläufig die Frage, wer daran noch wie viel verdienen kann.

Fair Trade HandelDas die Discounter ihren Schnitt machen steht außer Frage, die Leidtragenden der Dumpingpreise sind die einfachen Arbeiter, die beispielsweise in Indien oder China die Kleidung für einen Hungerlohn herstellen. Sie schuften von morgens bis abends in großen Werkhallen und erhalten nicht ein mal ein Mindestmaß an sozialer Absicherung. Wer krank wird oder Kritik übt, der fliegt raus, es gibt genug Arbeitslose, die seine Stelle sofort einnehmen. Kinderarbeit ist in der Textilproduktion keine Seltenheit, trotz aller gegensätzlicher Beteuerungen der großen Discounter. Hinzu kommen immense Umweltprobleme durch den Einsatz von Pestiziden auf den Baumwollfeldern und der Verwendung giftiger Farb- und Gerbstoffe in der Produktion. Umweltschutz ist in den Entwicklungsländer kein Thema, von Nachhaltigkeit keine Spur.

Die Entscheidung zu Fair Gehandelten Textilien

Viele Verbraucher möchten sich an diesem Ausbeutungssystem nicht länger beteiligen, sie möchten Kleidung kaufen, die unter menschenwürdigen Bedingungen produziert wurde. Sie greifen immer öfter zu Fair-Trade-Textilien, also fair gehandelter Kleidung, welche den legitimen Bedürfnissen der Arbeiter gerecht wird. Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel, müssen bestimte Kriterien erfüllen, die von der Faitrade Labelling Organisations International (FLO) bestimmt werden. Die Organisation mit Sitz in Bonn, verlangt den direkten Handel mit den Produzenten, Zwischenhändler sind nicht zugelassen. Die Produktion muss unter Einhaltung bestimmter sozialer und ökologischer Mindeststandards erfolgen, ein Raubbau an der örtlichen Umwelt wird ebenso wenig geduldet wie Kinderarbeit oder die Ausbeutung von Arbeitskräften. Zu den Kernkriterien zählt die Vereinbarung von Mindestpreisen für die Produkte, die nicht unterschritten werden dürfen. Die Arbeiter müssen davon ihre Lebenshaltungs- und die Produzenten ihre Betriebskosten decken können. Fair-Trade ermöglicht eine langfristige Entwicklung in den Textilexportländern und genießt unter Fachleuten und Verbrauchern höchste Wertschätzung.

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