Die Amerikaner durchleben zur Zeit die schlimmste Dürre-Katastrophe seit 60 Jahren, der ausbleibende Regen stellt die Landwirte vor immense Probleme. Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet mit massiven Ernteeinbußen bei der Maisernte. Die Welternährungsorganisation FAO warnt in diesem Zusammenhang vor einer Lebensmittelkrise. Durch die Verknappung hat sich der Maispreis bereits im Juli um 23% verteuert – Tendenz steigend.

Gewissenlose Spekulanten verschärfen die Situation zusätzlich

MaisfeldEs steht zu befürchten, dass jetzt noch mehr Anleger auf einen Anstieg der Getreidepreise spekulieren werden, was zu einer weiteren Verteuerung führen würde. Der Generaldirektor der FAO, Jose Graziano da Silva hat das US-Landwirtschaftsministerium aufgefordert die Erzeugung von Biokraftstoff zu drosseln um den Druck aus dem Getreidemarkt zu nehmen. Nach Angaben der FAO wandern derzeit gut 40% der amerikanischen Maisproduktion direkt in die Produktion von Bioethanol. Angesichts der Ernteeinbußen sei es aber jetzt wichtiger ausreichend Mais für Mensch und Tier auf den Markt zu bringen. Die historische Dürre rückt einmal mehr den grundsätzlichen Konflikt zwischen Nahrungsmittel- und Biokraftstoffproduktion in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Weltweit werden immer mehr Agrarflächen für den Anbau von energiereicher Pflanzen zur Kraftstoffgewinnung genutzt. Die Flächen fehlen der klassischen Landwirtschaft, was gerade in Entwicklungsländern zur Verknappung von Nahrungsmitteln führt. Die Produktion von Bioethanol ist häufig lukrativer als der Produktion von Nahrungsmitteln, weshalb immer mehr Landwirte in das Geschäft mit dem Biokraftstoff einsteigen.

Auch der Anstieg der Bio-Sprit Produktion kann zu Problemen führen

Der vermehrte Einsatz von Bio-Sprit kann ungewollt zu einer Verschärfung des Hungers in der dritten Welt führen, es sind es vor allem die Armen, die bei steigenden Lebensmittelpreisen zuerst erst auf der Strecke bleiben. Ein grundsätzliches Verbot von Nahrungsmittelspekulation könnte das Problem zumindest teilweise entschärfen. Aber auch die Landwirte müssen umdenken und zunächst ihrer Verantwortung als Nahrungsmittellieferant gerecht werden. Nur Überschüsse sollten in die Biokraftstoffproduktion fließen.

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