Jedes Jahr, zu Weihnachten, gehen Millionen von Enten, Gänsen und Puten über den Ladentisch. Das Geflügel gehört für viele Verbraucher zum Festtagsessen wie die Kerzen zum Weihnachtsbaum. Bei den Produkten gibt es große qualitative Unterschiede, die durch unterschiedliche Haltungs- und Fütterungsbedingungen zustande kommen. Beim Griff in die Tiefkühltruhe des Supermarkts findet der Verbraucher zumeist polnisches oder ungarisches Mastgeflügel zum Discountpreis von ca. 2 Euro/kg. Zu diesem Preis kann kein Produzent eine artgerechte Tierhaltung realisieren. Dieses Geflügel stammt aus riesigen Mastbetrieben, ohne Auslauf und Sonnenlicht. Viele Verbraucher möchten diese Haltungsbedingungen nicht unterstützen und kaufen die „Weihnachtsgans“ lieber bei einem regionalen Händler „ihres Vertrauens“. Die Herkunft aus der Region ist aber noch lange keine Garantie für artgerechte und ökologische Landwirtschaft.

Weihnachtsganz aus artgerechter HaltungWichtig zu wissen: Jeder Betrieb kann mit Begriffen wie „artgerecht“, „bäuerlich“ oder „tiergerecht“ werben, diese genießen keine gesetzlichen Schutz. Meisten werden Produkte aus Massentierhaltung mit diesen schön klingenden Worten beworben. Darüber hinaus gibt es gesetzlich geschützte Begriffe, wie Freilandhaltung, extensive Bodenhaltung oder bäuerliche Freilandhaltung. Betriebe, die damit werben möchten, müssen bestimmte Standards erfüllen. Das gilt erst Recht für die Attribute „Bio“, „Öko und „aus biologisch-dynamischer Erzeugung“, sie sind echter Bio-Ware vorbehalten und genießen gesetzlichen Schutz. Für Bio-Geflügel gibt es strenge Auflagen, bezüglich Futter und Auslauf, die Gabe von Medikamenten – in der extensiven Geflügelzucht üblich -ist hier verboten.

Spätestens beim Braten können die Verbraucher den Unterschied zwischen polnischem Mastgeflügel und deutschen Bio-Geflügel erkennen. Die Bio-Ware zeichnet sich durch ein dunkleres, festeres und aromatischeres Fleisch aus und verliert bei der Zubereitung viel weniger Wasser.

Foto: elnur / 123RF Stock Foto