Der tropische Regenwald

Amazonien, Kongobecken, Indonesien – dies sind die Hauptgebiete des tropischen Regenwaldes, der sich entlang des Äquators um die Erde erstreckt. Die hier herrschenden klimatischen Bedingungen (das ganze Jahr über fast täglich Regen, Temperaturen tags und nachts um 25 °C ) sorgen für eine Artenvielfalt die einmalig auf der Welt ist: Nur 5% der Landoberfläche sind tropischer Regenwald, dennoch leben weit mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten dort, und viele von ihnen gibt es sonst nirgendwo auf der Erde.

Amazonien Ade ?

Doch dieses einzigartige Ökosystem ist in allergrößter Gefahr. Unter den Pflanzen des tropischen Regenwaldes sind auch viele Edelhölzer, für die weiträumige Gebiete abgeholzt werden. Zusätzlich wird der Wald brandgerodet, um Flächen für die Viehzucht (insbesondere für die Fastfoodindustrie) zu gewinnen. Die Folgen sind dramatisch: Gab es 1950 noch über 15 Millionen Quadratkilometer Regenwald, so waren es 1982 schon unter 10 Millionen. Bei einer Abrodung von jährlich ca. 150.000 Quadratkilometer (was ungefähr der Hälfte der Fläche Deutschlands entspricht) könnten so bereits in 20 Jahren mehr als 50% des tropischen Regenwaldes vernichtet sein. Bis 2070 könnte es dann mit dem Regenwald ganz aus sein. Und mit ihm würden viele Naturvölker Amazoniens und die einmalige Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen für immer von der Erde verschwinden.

Regenwald und Klimawandel

Doch damit nicht genug. Die Pflanzen und Bäume des Regenwaldes sind ein riesiger Speicher für Kohlendioxid. Die Abrodung setzt große Mengen dieses Treibhausgases frei, und hat einen Anteil von 20% an den globalen CO2 Emissionen. Ein vollständiges Abroden des Regenwaldes würde zu einem Anstieg des Kohlendioxidgehaltes um 25% führen, und so die Erderwärmug noch weiter beschleunigen, was wiederum eine weitere Bedrohung für das Ökosystem Tropischer Regenwald darstellt. Die Folgen blieben nicht auf die Äquatorregion beschränkt, denn auch wenn die Wissenschaft die Bedeutung des tropischen Regenwaldes für das globale Klima und die bestehenden Wechselwirkungen noch nicht komplett erforscht hat, so gilt als sicher, dass dessen Verschwinden auch für das Wetter in unseren Breiten dramatische Folgen hätte.

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