Sind Bio-Lebensmittel gesünder als konventionell erzeugte Nahrung? Dieser Frage ist eine umfangreiche Studie der University of Stanford nachgegangen. Geprüft wurde der Nährstoff- und Vitamingehalt der Produkte und die Belastung mit Pestiziden, Bakterien und Pilzen.

Bio heißt nicht automatisch immer gesünder!

Sind Bio-Lebensmittel generell gesünder als herkömmliche Lebensmittel?Entgegen der landläufigen Meinung waren Bio-Produkte nicht durchweg gesünder. In puncto Vitamingehalt gab es keine bedeutenden Unterschiede, es spielte praktisch keine Rolle, ob das Obst- und Gemüse nach den Regeln des Bio- oder des konventionellen Landbaus erzeugt wurde. Krankmachende Keime, wurde weder in der einen noch in der anderen Kontrollgruppe gehäuft gefunden. Deutliche Unterschiede gab es jedoch bei der Belastung mit Pestiziden, hier fanden die Wissenschaftlicher in Bio-Produkten viel seltener Rückstände als in „normalen“ Lebensmitteln.

Urs Niggli, Agrarforscher im wissenschaftlichen Beirat des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, bezeichnet die Ergebnisse der Studie als „nicht überraschend“, wies aber auf die unklaren Auswirkungen von Chemie-Cocktails auf den menschlichen Körper hin. Als Beispiel nannte er die zahlreichen im Apfelanbau zulässigen Fungizide, Herbizide und Insektizide. Keiner können sagen, wie diese Giftmischung auf die Gesundheit wirke. Außerdem habe der Bio-Landbau einen äußerst positiven Einfluss auf die Artenvielfalt. Vom Verzicht auf Giftstoffe profitiere nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch Grundwasser und das Weltklima.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace verfügt nach eigenen Angaben über ähnliche Ergebnisse wie die University of Stanford. Man sage nie, dass Bio gesünder sei. Tatsächlich sei konventionell produziertes Obst und Gemüse nicht weniger gesund für den Menschen als die viel gepriesenen Bio-Produkte. Zugleich betonte die Umweltschutzorganisation aber den Verzicht auf Pestizide, ein Umstand, der sich positiv auf Mensch und Umwelt auswirken könne. Der Sprecher des Anbauverbandes Bioland, Gerald Wehde, stellte ebenfalls klar, dass der Gesundheitsaspekt nicht das Hauptkampffeld sei. Es gehe vielmehr darum, durch eine verantwortungsvolle, nachhaltige und biologische Landwirtschaft, die Umwelt zu erhalten.

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