Seit Anfang 2011 können die deutschen Autofahrer an der Zapfsäule den Biokraftstoff E10 tanken. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus ganz gewöhnlichen Ottokraftstoff und Bioethanol (Anteil etwa 5-10%)

E10 tanken - Zweifelhafter Ruf des Biokraftstoffes

E10 tanken – Zweifelhafter Ruf des Biokraftstoffes

Mit der schrittweisen Markteinführung von E10 sollte die gesetzlich vorgeschriebene Biokraftstoffquote erreicht werden. Nach der Erneuerbaren Energien Richtlinie der EU, muss jeder Mitgliedsstaat bis zum Jahr 2020 mindestens 10% seines Kraftstoffbedarfs durch erneuerbare Energien decken. Ziel ist Reduzierung der CO2-Emissionen, das Gas gilt als Klimakiller Nr. 1.

Einführung von E10: Von Anfang an ein Desaster

Die Mineralindustrie hatte naturgemäß wenig Interesse an der Einführung des Biosprits und die Bundesregierung versäumte es die Autofahrer ausreichen zu informieren. Infolgedessen endete die Markteinführung von E10 mit einem Desaster. Etliche Autokonzerne taten sich schwer verlässlichen Aussagen über die Eignung ihrer Modelle für E10 zu treffen. Schnell machte sich Zweifel an der Verträglichkeit des Biosprits breit, viele Autofahrer fürchteten Motorschäden und blieben lieber beim bewährten Super-Benzin.

Steigende Benzinpreise sorgen für leicht steigende die Nachfrage nach E10

In der Zwischenzeit hat sich die Verunsicherung etwas gelegt und immer mehr Autofahrer wagen das Experiment mit dem Bio-Sprit. Die zunehmende Nachfrage ist sicher auch den steigenden Benzinpreisen geschuldet. E10 kostet an der Zapfsäule ein paar Cent weniger als herkömmlicher Kraftstoff. Tatsächlich spricht nichts dagegen E 10 zu tanken, sofern das eigene Fahrzeug vom Hersteller dafür zugelasse wurde. Das ist bei praktischen allen Autos neueren Baujahrs der Fall, nur bei älteren Fahrzeugen darf man nicht automatisch von einer Eignung ausgehen.

Längst keine Entspannung in Sicht: Kritiker warnen noch immer

Trotz der steigenden Nachfrage kann man noch nicht von einem Durchbruch des Bio-Sprits sprechen. Zu groß sind immer noch die Befürchtungen, der Kraftstoff könnte dem Motor schaden. Selbst Umweltschützer sehen E10 kritisch. Sie geben zu bedenken, dass für die Gewinnung von Bioethanol große landwirtschaftliche Flächen für die Produktion von Nahrungsmitteln ausfallen. Das führt in den produzierenden Länder n zu einer Verteuerung der Nahrungsmittelpreise und einer Verarmung der Böden.

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