Der Weg zur EnergiewendeNach der Atomkatastrophe von Fukushima, machte sich Deutschland als erste Industrienation der Welt auf den Weg zur großen Energiewende. In naher Zukunft möchte man vollständig auf Atomenergie verzichten und den Energiebedarf ausschließlich aus umweltfreundlichen Energiequellen decken.

Das die ökologische Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben sein würde, war von Anfang an klar. Der Ausbau der Netze, die Errichtung von Speicheranlagen und ähnliche Infrastrukturmaßnahmen, werden Milliarden kosten. Jetzt zeigt sich aber mehr und mehr, dass ausschließlich die privaten Verbraucher die Zeche zahlen sollen. Während etliche Unternehmen günstigen Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen können müssen die Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Zunächst wird die Ökoumlage von 3,6 Cent auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen (kWh) steigen. Ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt wird dadurch mit etwa 60 Euro pro Jahr mehr belastet. Dabei wird es allerdings nicht bleiben. Die vier großen Netzbetreiber planen eine massive Anhebung der Netzentgelte um 10%. Sie nutzen damit offensichtlich die Gunst der Stunde, um ihre Gewinnmargen noch weiter zu steigern. Schon jetzt erhalten sie mehr Geld für die Instandhaltung des Stromnetzes, also sie in der Praxis dafür aufwenden.

Ein Anstieg der Netzgebühren um 10%, würde einen privaten Haushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.000 kWh, ca. 30 Euro mehr kosten. Der Anstieg der Strompreise würde sehr viel geringer ausfallen, wenn nicht so viele Unternehmen von der staatlichen „Stromsozialhilfe“ profitieren würden. Eigentlich sollten nur große und energieintensive Unternehmen durch günstigere Strompreise subventioniert werden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Tatsächlich können zurzeit aber auch Golfplätze, Discounter, Schlachthöfe und Brauereien den Billigtarif in Anspruch nehmen.

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