Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ist ein offenes Geheimnis. Vor allem in der Hähnchemast, wo häufig zehntausende Tiere auf engstem Raum gehalten werden, ist die Gabe von Antibiotika an der Tagesordnung. Ohne den Medikamenteneinsatz, würden etliche Tiere die schlechten Haltungsbedingungen nicht überleben. Das ist nicht nur unter ethischen Gesichtspunkten ein fragwürdiger Zustand, das Vorgehen der Mastbetriebe gefährdet auch zunehmend die Gesundheit des Menschen. Bei Stichproben in Supermärkten werden immer wieder erhebliche Antibiotikarückstände im Hähnchenfleisch festgestellt, die in Lebensmitteln einfach nichts zu suchen haben.

Der massenhafte und unkontrollierte Antibiotikaeinsatz hat aber noch viel gravierendere Konsequenzen. Die Mastbetriebe erweisen sich in der Praxis als Brutstätte für multiresistente Keime, die beim Menschen schwere Infektionen auslösen können. Bislang kannte man diese Erreger vor allem aus Krankenhäusern, wo sie jährlich tausende Patienten das Leben kosten, mittlerweile wurden die Bakterien aber auch auf frischem Geflügelfleisch festgestellt. Die Keime haben Resistenzen gegen die gängigen in der Tiermast eingesetzten Antibiotika entwickelt.

Die Verbraucher sind gut beraten bei der Zubereitung auf ausreichende Hygiene zu achten und das Fleisch immer gut durchzugaren. Grundsätzlich gilt es aber das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen. Letztlich sind die abstoßenden Zustände in der Massentierhaltung und der Einsatz von Antibiotika eine Folge der „Geiz-ist-Geil-Mentalität“. Die niedrige Preise im Supermarkt gehen letztlich immer auf Kosten der Tiere.

Immer mehr Verbraucher entscheiden sich deshalb für den Kauf von Bio-Lebensmitteln. Sie möchten artgerechte Tierhaltung fördern und sind gerne bereit für gesunde Nahrung etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Die Bio-Produzenten unterliegen strengen Kontrollen, sind verpflichtet den Tieren ausreichenden Platz und Auslauf zu bieten, der prophylaktische Einsatz von Antibiotika ist nicht erlaubt. Unter natürlichen Haltungsbedingungen ist die Gabe von Medikamenten auch gar nicht erforderlich. Die Tiere bleiben gesund und liefern qualitativ hochwertiges Fleisch.

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